Forschungsadaptionen für ein Individualmuseum?
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Forschungsadaptionen für ein Individualmuseum?

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366 pages 2016

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Es war im Jahr 1974, als im Hamburger Kunstverein Arbeiten von Künstlern wie Christian Boltanski und Nikolaus Lang unter dem Oberbegriff "Spurensicherung" gezeigt wurden. "Spurensicherung als Kunst" ist seither eine gleichsam am Rande weitergetragene, eher diffuse Kategorie im Kunstkanon des deutschsprachigen Raums und bis zuletzt Desiderat kunstwissenschaftlicher Forschung geblieben. In der vorliegenden Untersuchung wird Spurensicherung erstmals systematisch gleichermassen als kuratorisches Konstrukt wie als künstlerische Formation diskutiert. 0Spurkunst muss dabei von Nachbarströmungen wie "Gedächtniskunst" oder auch der späteren "science art" differenziert werden. Zugleich markieren gerade kennerschaftliche Formen primär historischer Welterschliessung, einschliesslich darauf basierender Materialpräsentationen zum Beispiel im Volkskundemuseum, technisch wie ästhetisch wesentliche Referenzpunkte einer in dieser Hinsicht konzeptuellen Spurensicherungskunst. Spurkunstschaffende scheinen allerdings in kritischer Adaption tradierter wissenschaftlicher (Fund-)Arrangements ein individuelles Feldforschen gegenüber utilitären Aufschlüssen von Lebenswelt privilegieren, sogar als eigentlich menschliche Kulturform anhand von vergessenen Dingen und überwucherten Orten in Erinnerung bringen zu wollen. Spurensicherung wird aus diesem Blickwinkel schlussendlich als ein Form- und Fassungfinden für menschliche Sammelleidenschaften und für das je spezifische Ringen mit dem Disparatwerden flüchtigen Lebens sichtbar.

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