Mauerstücke
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Mit seinem zweiten Gedichtband “Mauerstücke” (1979) geht Gerlach unter die “Spurenleser, Inschriftendeuter” (Helmut Hirsch). Er versetzt sich in die Zeit des Mittelalters und der Renaissance, beschäftigt sich mit Figuren wie Faust, Rubeanus, Hessus, Hutten, Villon, Müntzer, Petrarca und Eike von Repgow, die auch später oft durch seine Texte irrlichtern. Kontrastierend dazu inspiziert er die ostdeutsche Realität. Häufig beschäftigt ihn das erlebnisarme, uniforme und ausgelaugte Dasein, das sich in banalen Alltäglichkeiten niederschlägt: “Die Presse, lautlos kommt sie über / die Schwelle, kommentiert ausgebliebene / Ereignisse, der Tee wird kalt, / der Zucker löst sich nicht auf, / die Freunde sind übern Jordan, / am Tassengrund setzt sich ab: / Mißtrauen gegen Biographien, / die auf Titelseiten geschehn (…)”. Mitunter bemüht Gerlach das Gleichnis, um seiner Beengung in einem Milieu kleinbürgerlicher Saturiertheit Ausdruck zu verleihen. Die Strophe über den “Zoopark”, in dem gezähmte Bestien hinter dreifachen Gittern hausen, liest sich als Allegorie auf die abgeschottete DDR.
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