Was heisst da schon Provinz

12 Fotografen sehen Lüdenscheid

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244 pages 1984

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Es war in den 30er Jahren, als der amerikanische Präsident Roosevelt Soziologen und Intellektuelle, Journalisten und Fotografen zu einer Bestandsaufnahme der Vereinigten Staaten in das Land der angeblich unbegrenzten Möglichkeiten entsandte. Er wollte damit - außer zur Arbeitsbeschaffung nach der gerade überstandenen Weltwirtschaftskrise - beitragen zur Integration verschiedener ethnischer Gruppen in eine einheitliche Nation und zur Entwicklung ihres Selbstverständnisses und ihres Selbstbewußtseins. 50 Jahre später wagt nun die Lüdenscheider Leuchten-Fabrik ERCO, aus Anlaß ihres 50jährigen Bestehens, ein ähnliches Experiment, nur etwas bescheidener: Statt 7827976 Quadratkilometer amerikanischer Lande waren lediglich 86,69 Quadratkilometer Märkischen Sauerlandes aufzunehmen. Und statt Hunderten von Fotografen waren es nur elf Mann und eine Frau, die auszogen, um ein Jahr lang, vom Juni 1982 bis Mai 1983, den ERCO-Standort Lüdenscheid abzulichten. Roosevelts Amerika-Bestandsaufnahme wurde bekanntlich ein kontinentaler Erfolg, der nicht nur die Sozialwissenschaften nachhaltig befruchtete, sondern auch zu einer neuen Form des Bildjournalismus führte, aus dem schließlich die Zeitschrift LIFE entstand. Auch insoweit ist das ERCO-Projekt weitaus bescheidener. Die Herausgeber und Autoren wären schon glücklich, wenn ihr Werk möglichst viele Nachahmer fände und so nicht nur eine neue Form der Jubiläumsbroschüren entstünde- und nebenbei eine foto-topographische Bestandsaufnahme der deutschen Provinz, sondern auch eine neue Form des Mäzenatentums.


Aufwendig gestalteter Bildband herausgegeben anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Firma ERCO in Lüdenscheid im Jahr 1984. Das Buch wurde auf der Buchmesse 1986 als schönstes Buch ausgezeichnet.

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