Der Zyklop in der Wissenschaft
Der Zyklop in der Wissenschaft
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Wie bekannt unterscheidet Kant eine Anthropologie ℗ in physiologischer Hinsicht℗± und eine ℗ pragmatische℗± Anthropologie, aber die Anthropologie bleibt doch stets ein empirisches Wissen und besitzteindeutig keine apriorische Universalita t. Umso mehr muss man sich u ber eine Reflexion aus dem handschriftlichen Nachlass wundern, wo Kant eine ℗ anthropologia transcendentalis℗± erwa hnt. Bei allen Vorbehaltenwegen der Singularita t dieser Formulierung besitzt die Stelle eine wichtige Bedeutung und erfordert eine genauere Analyse. Denn in jener Reflexion erkla rt Kant auch, dass der Gelehrte vermeiden mu sse,ein ℗ Cyclop℗± zu werden, das hei©t die Pha nomene mit nur einem Auge zu betrachten. Dies sei na mlich die Haltung des ℗ Egoisten der Wissenschaft ℗±, der ℗ seinen Kra ften zu viel zutraut℗±. Jeder Arzt, Theologe, Jurist, selbst Geometer hat Kant zufolge ℗ noch ein Auge no tig, welches macht, dass er seinen Gegenstand noch aus dem Gesichtspunkte anderer Menschen ansieht℗±. Dieser Gesichtspunktsteht hier ausdru cklich mit der ℗ Critik℗± und der ℗ Selbsterkenntnis℗± des menschlichen Verstandes und der menschlichen Vernunft in Verbindung: die Anthropologie wird hier also nicht nur als ℗ transzendental℗± charakterisiert, sondern sie wird auch in direkten Zusammenhang mit dem anderen entscheidenden zentralen Titelwort der reifen kantschen Philosophie gebracht: ℗ Kritik℗±.
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