Zwischen Anarchismus und Fiktion

Eine Untersuchung zum Werk von Joseph Roth

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170 pages 1974

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Werner Sieg, Jahrgang 1944, studierte an der Universität Zürich Germanistik, neuere Geschichte und Didaktik. Aktive Teilnahme an der Hochschulpolitik. 1971 Promotion mit der vorliegenden Untersuchung uber Joseph Roth. Seit 1972 Lehrer für Deutsch und Geschichte am Realgymnasium Zürich.

Diese Arbeit versucht das Gesamtwerk Joseph Roths, den man während langer Zeit zu einem Sänger Altösterreichs machen wollte, neu zu deuten, indem sie auch die Briefe Roths und sein politisches Engagement für den Anarchismus in die Untersuchung einbezicht. Roth, der auszog, die Welt der Bürger, der „Menschen im Spinnennetz“ zu vernichten, verzweifelt, als ihm dies nicht gelingt. Er zieht sich in seine literarische Welt zurück, die ihm – zusammen mit dem Alkohol – Ersatz für seine bisherige Aufgabe sein soll. Dabei wird die literarische Fiktion für Roth zu dem Medium, in dem er gleichzeitig seine existentielle Verzweiflung, deren Produkt der Anarchismus war, darstellen und – allerdings nur momentan – bewältigen kann. Diese doppelte Funktion der Literatur ist das Eigentümliche am Werk Roths, dem von da her im Rahmen der Realismus-Diskussion besonderes Interesse zukommt.

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