Hung-yü
1.2 hrs read
Rate this book:
About This Book
Hung-yü – die Tätigkeitsbeschreibung eines Barfußarztes in China
In einem Gespräch mit medizinischem Personal am 26. 06. 1965
gab Mao die 26.Juni-Weisung: „Bei der medizinischen Arbeit und
Gesundheitspflege muss der Schwerpunkt auf die Dörfer gelegt
werden.“ Weiterhin vertrat er gegenüber Medizinern die Meinung,
dass man für eine medizinische Ausbildung kein Absolvent einer
Mittelschul-Oberstufe oder der -Unterstufe sein müsse. Dagegen
würde der Abschluss der Oberstufe einer Grundschule genügen,
um ein dreijähriges Studium aufzunehmen. Das Wichtigste sei,
dass in der Praxis gelernt und dadurch das Niveau des Studiums
gehoben würde (Helmut Martin – MAO ZEDONG TEXTE (Sechster
Band [1965-1976], Teil 1, Carl Hanser Verlag, München Wien 1982,
Seiten 75 – 77).
Während der Kulturrevolution entbrannte ein heftiger Kampf zwischen
den zwei Linien, also zwischen dem kapitalistischen Weg (Stichwort:
bürgerliches Recht) und dem sozialistischen Weg (Stichwort: Basis
und Überbau). In Wirklichkeit ging es um eine Auseinandersetzung
zwischen dem ehemaligen engen Führungsstab um den früheren
Vorsitzenden des Staates LIU SHAOQI und dem rivalisierenden
Kreis der Viererbande.
Im Büchlein „Kurzer Abriss des Kulturwesens in China“ (Beijing
1975) heißt es auf den Seiten 25 und 26: „Bis Ende 1973 hatten
sich über 100.0000 Ärzte, Sanitäter usw. an die Basis begeben.
Ein großer Teil davon blieb auf dem Lande. Insgesamt waren bis
dahin 800.000 Ärzte, Sanitäter usw. durch die ländlichen Gebiete
gezogen. Durch die auf dem Lande lebenden Mediziner und die
ambulanten Gruppen ist die Ausbildung von ländlichen ‚barfüßigen
Ärzten’ beschleunigt und zugleich das medizinische Fachwissen
erhöht worden. Die hauptberuflichen Mediziner und die neben-
beruflichen ‚barfüßigen Ärzte’ leisten gemeinsam große Beiträge
für die Gesundheit der Bauernmassen.“
Mit der Zeit zeigte sich aber in der Praxis, dass das Bildungsniveau
immer mehr verflachte. So war es nach der Kulturrevolution eine un-
bedingte Notwendigkeit, durch vielerlei Fortbildungsmaßnahmen den
vorhandenen Rückstand in einigen Bereichen wieder aufzuholen.
Aber zurück in die Sechziger Jahre. Um die medizinische Situation
auf dem Lande zu verbessern, baute man überall in den Dörfern
Krankenhäuser und Sanitätsstationen auf. So ergab sich hier die
die Möglichkeit, für die armen Bauern und unteren Mittelbauern
eine ärztliche Versorgung zu gewährleisten. So erfand man den
Beruf der „barfüßigen Ärzte“, die aus dem bäuerlichen Umfeld
kamen und durch eine medizinische Grundausbildung in der
Lage waren, die ihnen gegebenen Anforderungen zu erfüllen.
Neben der Feldarbeit behandelten sie Kranke. Der Name der
„barfüßigen Ärzte“ stammte aus dem Süden Chinas, wo die
Bauern barfuss in den Wasserreisfeldern arbeiteten (Seite
33 des Buches „Hung-yü“). Allerdings mussten sie auf dem
Land mit unliebsamer Konkurrenz rechnen. Dies waren oft
Leute, die entweder mit Quacksalberei oder mit Hexerei ihr
Geld verdienten.
Das Buch „Hung-yü“, das 1977 im Verlag für fremdsprachige
Literatur in Beijing erschien, gibt diese Verhältnisse wieder
und ist nur aus dem Blickwinkel der Großen Proletarischen
Kulturrevolution (1966-1976) zu verstehen. Es bietet eine
Rückschau auf die Jahre vor der Gründung der VR China
und eine Beschreibung der damaligen Situation. Hier wird
ein Jugendlicher dazu angespornt, eine Ausbildung im Beruf
des Sanitäters zu beginnen. Im Geist der damaligen Zeit ist
diese Geschichte durchaus lesenswert und regt auch zum
Nachdenken an. Doch sind die stellenweise anzutreffenden
Schlussfolgerungen heute allerdings überholt.
Josef Theobald
In einem Gespräch mit medizinischem Personal am 26. 06. 1965
gab Mao die 26.Juni-Weisung: „Bei der medizinischen Arbeit und
Gesundheitspflege muss der Schwerpunkt auf die Dörfer gelegt
werden.“ Weiterhin vertrat er gegenüber Medizinern die Meinung,
dass man für eine medizinische Ausbildung kein Absolvent einer
Mittelschul-Oberstufe oder der -Unterstufe sein müsse. Dagegen
würde der Abschluss der Oberstufe einer Grundschule genügen,
um ein dreijähriges Studium aufzunehmen. Das Wichtigste sei,
dass in der Praxis gelernt und dadurch das Niveau des Studiums
gehoben würde (Helmut Martin – MAO ZEDONG TEXTE (Sechster
Band [1965-1976], Teil 1, Carl Hanser Verlag, München Wien 1982,
Seiten 75 – 77).
Während der Kulturrevolution entbrannte ein heftiger Kampf zwischen
den zwei Linien, also zwischen dem kapitalistischen Weg (Stichwort:
bürgerliches Recht) und dem sozialistischen Weg (Stichwort: Basis
und Überbau). In Wirklichkeit ging es um eine Auseinandersetzung
zwischen dem ehemaligen engen Führungsstab um den früheren
Vorsitzenden des Staates LIU SHAOQI und dem rivalisierenden
Kreis der Viererbande.
Im Büchlein „Kurzer Abriss des Kulturwesens in China“ (Beijing
1975) heißt es auf den Seiten 25 und 26: „Bis Ende 1973 hatten
sich über 100.0000 Ärzte, Sanitäter usw. an die Basis begeben.
Ein großer Teil davon blieb auf dem Lande. Insgesamt waren bis
dahin 800.000 Ärzte, Sanitäter usw. durch die ländlichen Gebiete
gezogen. Durch die auf dem Lande lebenden Mediziner und die
ambulanten Gruppen ist die Ausbildung von ländlichen ‚barfüßigen
Ärzten’ beschleunigt und zugleich das medizinische Fachwissen
erhöht worden. Die hauptberuflichen Mediziner und die neben-
beruflichen ‚barfüßigen Ärzte’ leisten gemeinsam große Beiträge
für die Gesundheit der Bauernmassen.“
Mit der Zeit zeigte sich aber in der Praxis, dass das Bildungsniveau
immer mehr verflachte. So war es nach der Kulturrevolution eine un-
bedingte Notwendigkeit, durch vielerlei Fortbildungsmaßnahmen den
vorhandenen Rückstand in einigen Bereichen wieder aufzuholen.
Aber zurück in die Sechziger Jahre. Um die medizinische Situation
auf dem Lande zu verbessern, baute man überall in den Dörfern
Krankenhäuser und Sanitätsstationen auf. So ergab sich hier die
die Möglichkeit, für die armen Bauern und unteren Mittelbauern
eine ärztliche Versorgung zu gewährleisten. So erfand man den
Beruf der „barfüßigen Ärzte“, die aus dem bäuerlichen Umfeld
kamen und durch eine medizinische Grundausbildung in der
Lage waren, die ihnen gegebenen Anforderungen zu erfüllen.
Neben der Feldarbeit behandelten sie Kranke. Der Name der
„barfüßigen Ärzte“ stammte aus dem Süden Chinas, wo die
Bauern barfuss in den Wasserreisfeldern arbeiteten (Seite
33 des Buches „Hung-yü“). Allerdings mussten sie auf dem
Land mit unliebsamer Konkurrenz rechnen. Dies waren oft
Leute, die entweder mit Quacksalberei oder mit Hexerei ihr
Geld verdienten.
Das Buch „Hung-yü“, das 1977 im Verlag für fremdsprachige
Literatur in Beijing erschien, gibt diese Verhältnisse wieder
und ist nur aus dem Blickwinkel der Großen Proletarischen
Kulturrevolution (1966-1976) zu verstehen. Es bietet eine
Rückschau auf die Jahre vor der Gründung der VR China
und eine Beschreibung der damaligen Situation. Hier wird
ein Jugendlicher dazu angespornt, eine Ausbildung im Beruf
des Sanitäters zu beginnen. Im Geist der damaligen Zeit ist
diese Geschichte durchaus lesenswert und regt auch zum
Nachdenken an. Doch sind die stellenweise anzutreffenden
Schlussfolgerungen heute allerdings überholt.
Josef Theobald
Buy This Book
As an Amazon Associate and Bookshop.org affiliate, BookOrb earns from qualifying purchases.
Write a Review
Sign in to write a review.