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Richlind von Öhningen und die Heiratspolitik des Hochadels vom 8. bis zum 12. Jahrhundert

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253 pages 2001

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Über die Existenz und Herkunft der Richlind von Öhningen und ihres Gatten Kuno berichtet nur eine unechte Urkunde Ottos des Großen und die Welfenchronik. Beide Quellen entstanden erst im 12. Jahrhundert. Deshalb wurde seit Jahrzehnten über den Wahrheitsgehalt dieser Dokumente diskutiert und argumentiert. Nach einer Neuordnung des Konradinerstammbaums durch Jackmann im Jahr 1990 kann angenommen werden, daß Kuno von Öhningen ein Konradiner war, der über seine welfische Ururgroßmutter und durch seine Mutter Judith zu Besitz von Gütern im schwäbischen Herzogtum gekommen war.
Der Sachse König Heinrich I. herrschte im Gegensatz zu seinem Vorgänger, dem Konradiner König Konrad I., nicht nur in Konfrontation und stetigem Kampf gegen seine Rivalen.. Er zog es vor, andere Familien kooperativ an den Regierungsaufgaben zu beteiligen und sie durch kluge Heiratspolitk an die Königsfamilie zu binden.. Otto der Große setzte die Politik seines Vaters fort. Seine Tochter Liutgart heiratete den Salier Konrad den Roten, dessen Mutter eine Konradinerin war. Dazu passt, dass er eine voreheliche Tochter Richlind, die zunächst verschwiegen worden war, zu gegebene Zeit an Kuno von Öhningen verheiratet hatte. Dafür war dieser später mit dem Herzogsamt in Schwaben belohnt worden.
Ausgehend von diesen Tatbeständen analysierte der Verfasser weitere Vernetzungen zwischen den einzelnen Hochadelsfamilien und versuchte zu ergründen, auf welche Elemente der Hochadel der Zeit vom 8. bis zum 12. Jahrhundert zurückgeführt werden kann, und wie aus diesen Elementen immer neue Adelshäuser herauswachsen konnten, während andere Familien dafür verschwanden.
Der Text des Buches wird durch 60 Genealogietafeln, 340 Literaturhinweise und ein Personen- und Ortsregister ergänzt und kann somit wie das bereits 1995 erschienene Buch über den “Altschwäbischen Adel” als Nachschlagewerk zu Fragen des königsnahen Hochadels während des genannten Zeitraumes dienen.. Einen guten Überblick geben auch zwei farbig angelegte Tafeln, aus denen die gegenseitige Vernetzung von etwa 50 Hochadelsfamilien erkennbar ist.

Inhaltsverzeichnis
Seite
I. Vorwort 1
II. Einleitung 3
III. Quellen mit Hinweisen auf Richlinds Existenz im Mittelalter 7
IV. Genealogische Eingliederung der Vor- und Nachfahren des Ehepaares 15
Kuno und Richlind von Öhningen
1. Sohn Egbert 15
2. Sohn Liupoldi und seine Beziehungen zu den Babenbergern 17
3. Sohn Liutold und die Grafen von Achalm und Lechsgemünd 23
4. Sohn Kuno und warum dieser nicht identisch mit Kuno von 26
Rheinfelden sein kann.
5. Tochter NN (Judith) und das Haus Rheinfelden 28
6. Tochter Ida und das Welfenhaus 42
7. Tochter NN (Christine?) und die Ostpolitik der Ottonen 54
8. Kunigunde und das Haus Diessen 69
9. Hermann und die Ehen seiner Töchter Mathilde und Gisela 70
9.1. Mathilde 72
9.2. Gisela 74
V. Adalbero, Hz. v. Kärnten und seine Gattin Beatrix ? 80
1. Richgard 82
2 Ratold 85
VI. Acta murensia – Konsequenzen für die Häuser Rheinfelden und Habsburg 87
VII. Die Hohenstaufer und ihre Vorfahren in der Schweiz, in Hochburgund 101
und in Lothringen
1. Tabula consanguinitatis Frederici regis et Adelae regina 101
2. Herzog Rudolf als kaisernaher Stammvater der Staufer 102
3. Die Herkunftsbezeichnung ”Büren“ der Geschwister Bertha und Friedrich 103
4. Die Staufer und ihre Beziehungen zu Schänis und Lenzburg 108
5. Hildegard von Schlettstadt und ihre Vorfahren 119
VIII. Genealogische Richtwerte für die Thronfolger des 10. bis 12. Jahrhunderts 126
IX. Familie der Guntramme und die Vorfahren der Habsburger 138
1. Bausteine zur Guntram-Genealogie 139
2. Rückblende ins frühe Mittelalter 144
3. Mittelrheinisch / bayerische Beziehungen des Hochadels 149
4. Die Familie der Ratpote 157
5. Chronologische Daten aus der Merowingerzeit 159
6. Karolingische Beziehungen zu Bayern 169
7. Nachrichten aus dem alemannischen Herzogtum vom 8. Jahrhundert 176
8. Odilos Beziehungen zu den Welfen und zu den Gründern von Tegernsee 189
9. Cancor, Chrodegang, Robertiner und Karolinger 196
X. Zusammenfassung 204
XI. Ausblick 210
XII. Verzeichnis der Genealogietafeln und Karten 212
Herkunftsnachweis für Bilder und Karten 216
XIII. Quellen- und Literaturverzeichnis 217
XIV. Personenverzeichnis 225
XV. Ortsverzeichnis 247
Exkurs 2 Stellungnahme zu im Buch offen gebliebenen und deshalb 13 Seiten
angemahnten Fragen

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