Religiöser Gehalt des Anarchismus und anarchistischer Gehalt der Religion?

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336 pages 2001

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Anarchismus und Mystik, Atheismus und Religion – in der Person Gustav Landauers fließen solche „unvereinbaren“ Elemente zu Beginn des 20. Jahrhunderts zusammen. Joachim Willems’ Untersuchung setzt ein bei einem jugendlichen romantischen Anarchisten, der wegen seiner politischen Überzeugung die kaiserlichen Gefängnisse kennenlernt, verfolgt seinen Weg in die Szene mystisch-sozialreformerischer Aussteiger, weiter in die Welten des europäischen Mittelalters und der jüdischen Tradition, und schließlich durch den Ersten Weltkrieg hindurch in die Münchener Revolution. In einem Kapitel zur Rezeption seiner Gedanken werden Spuren Landauers über seinen gewaltsamen Tod hinaus gesucht: in der anarchistischen Bewegung sowie in Teilen des Zionismus und des christlichen Religiösen Sozialismus, vor allem aber in der Philosophie seines Freundes und Nachlassverwalters, des großen jüdischen Denkers Martin Buber. Immer wieder wird deutlich: Der zu Unrecht vergessene Philosoph, Politiker und Schriftsteller Gustav Landauer ist auch in unserer Zeit aktuell, in der erneut oder noch immer außerhalb und innerhalb von Kirchen und Parteien das Bedürfnis nach mystischem Heil und sozialer Gerechtigkeit besteht.

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