Das Räuberbuch

Die Rolle der Literaturwissenschaft in der Ideologie des deutschen Bürgertums am Beispiel von Schillers „Die Räuber“

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370 pages 1974

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Seltsam zeitgemäß erscheinen heute dem kritischen Betrachter die wechselnden Interpretationen der Germanistik zum jungen Schiller. Literaturwissenschaft, anfänglich auch Ausdruck bürgerlich-revolutionären Bewußtseins, verkommt zur Apologie. Währenddessen verzichtet das deutsche Bürgertum auf die Erringung der politischen Macht. In Deutschland bleibt es beim Obrigkeitsstaat, Schillers „Räuber“ werden weggelobt zum klassischen Geisteserbe der Nation.

Warum Analyse der Ideologie des deutschen Bürgertums am Beispiel von „Die Räuber“? Franz Mehring: „In ökonomisch rückständigen Ländern, wo keine starke Bourgeoisie, kein trotziges Kleinbürgertum, kein kampffähiges Proletariat dem Absolutismus und Fanatismus gegenüberstehen, erscheint das Räubertum leicht als die einzig mögliche Form der Auflehnung gegen Gesellschaft und Staat.“

Der Text ist ein Arbeitsbuch, mit Originalquellen aus der Geschichte der Germanistik, Informationen zur Wirtschaftsentwicklung und Sozialgeschichte. Exkurse, z. B. über die unterschiedlichen Reaktionen J. Grimms und Gervinus auf den Göttinger Landesverweis, stellen Fragen zur Stellung von Wissenschaftlern gegenüber dem autoritären Staat.

„Das Räuberbuch“ ist entstanden aus mehrjährigen Erfahrungen bei Einführungskursen für Germanistikstudenten. Es kann aber auch als Geschichtsbuch und Nachschlagewerk für Germanisten und Historiker benutzt werden.

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