Das Kopialbuch des Innozenz Bamberger
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Das Kopialbuch des Innozenz Bamberger

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67 pages 2008

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Zusammenfassung:
Die Handschrift Pp.254.4° aus dem Besitz der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern
enthält Abschriften von Dokumenten der Prämonstratenserabtei Weissenau bei
Ravensburg aus den letzten Jahren vor der Säkularisation. Als Schreiber gilt der
Weissenauer Chorherr und Apostolische Protonotar Pater Innozenz Bamberger OPraem
(*1748, †1805). Anhand eines Exlibris ist ersichtlich, dass das Buch aus der Bibliothek
des letzten Abtes, Bonaventura Brem OPraem (*1755, †1818) stammen muss. Er erhielt
1803 bei der Auflösung der Abtei in Folge des Reichsdeputationshauptschlusses ca. 3000
Bde. der Klosterbibliothek zum Privatbesitz, aus der Säkularisationsmasse separiert, die
mit seinem Exlibris versehen wurden. Sechs Bände, beinhaltend verschiedene Drucke des
15. und 16. Jh., die ebenfalls besagtes Exlibris tragen, kamen zusammen mit dieser
Handschrift zu einem bisher unbekannten Zeitpunkt in die Luzerner Kantonsbibliothek.
Die Handschrift wird umfangreich formal und inhaltlich nach den gebräuchlichen Regeln
erschlossen, inkl. der gesicherten Provenienz. Abschliessend folgt ein Exkurs über die
wahrscheinliche Herkunft des Beschreibstoffs.
Der historische Kontext zur Handschrift zerfällt in zwei Teile: Zum Verständnis des
Inhalts der damals zeitgenössischen Einträge ist es notwendig, auf die Struktur des
Prämonstratenserordens und die politischen und gesellschaftlichen Umstände im
Entstehungszeitraum, Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts, einzugehen:
Französische Revolution und Reichsdeputationshauptschluss. Die Revolution hatte primär
ihre konkreten Auswirkungen auf die Leitung des Gesamtordens in Frankreich, seine
Struktur und damit auf die Ordensprovinz, in die das Kloster Weissenau eingebunden war,
die Schwäbische Zirkarie. Sekundär wirkte sich die Revolution durch die kriegerischen
Auseinandersetzungen und den Reichsdeputationshauptschluss auf die Existenz des
Klosters aus und damit auf die Lebensumstände der Konventsangehörigen. Andere
Einträge verlangen zum Verständnis Kenntnis der lokalen und regionalen Verhältnisse in
der Zeit des Entstehens der Handschrift vor der Säkularisation des Klosters. Auf die
Person des Schreibers, Innozenz Bamberger, wird in einem zusätzlichen Abschnitt
eingegangen, da in der Handschrift verschiedene Einträge zu seiner Person bzw. seinem
Amt als Apostolischer Protonotar vorhanden sind. Zusätzlich wird sein hier vorliegendes
Werk, als Schriftstück, in Vergleich zu einem weiteren von ihm geschriebenen gebracht,
wie auch Bezug genommen wird auf andere Dokumente, Kirchenbücher, in denen Einträge
seinerseits enthalten sind. Der zweite Teil des historischen Kontextes befasst sich mit dem
bisher nicht gesicherten und nicht mit konkreten Beweisen belegbaren Weg, den die
Handschrift in der Zeit seit dem Tode des Schreibers gemacht hat. Es wird auf die
Faktoren eingegangen, die möglicherweise dazu geführt haben, dass diese Handschrift und
die ebenso vorhandenen sechs Bände mit verschiedenen Drucken wahrscheinlich im
Zusammenhang mit der Anwesenheit der Jesuiten in Luzern in den Jahren des
Sonderbundes in die Kantonsbibliothek Luzern gekommen sind.

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