Skulpturen aus Papier
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Skulpturen aus Papier

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143 pages 2017

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Seit etwa fünfzehn Jahren sieht man auf Messen und Biennalen immer häufiger Skulpturen aus Papier. Dabei handelt es sich nicht um Modelle oder Studien, sondern um vollendete Werke. Wie kommt es, dass Künstler gerade im Bereich der Skulptur dieses empfindliche und vergängliche Material verwenden? Seit wann wird es für die beständige Skulptur eingesetzt und woher stammt die Idee, Bronze und Marmor durch Papier zu ersetzen? Pablo Picasso ist einer der ersten, der bereits 1912 Skulpturen aus Papier herstellt. Aus einzelnen abstrakten Formen konstruiert er eine Gitarre. Sein Vorbild ist eine afrikanische Maske, die ebenfalls nur aus abstrakten Einzelformen besteht und dennoch eindeutig ein Gesicht wiedergibt. Wie funktioniert ein Bild, ein Abbild, diese Frage treibt Picasso an. Auch sein Zeitgenosse Kurt Schwitters beginnt in den 1920er-Jahren, Collagen aus gefundenen Papierresten herzustellen, um herauszufinden, was eine bildnerische Komposition enthalten muss. Die französische Gruppe der 'Affichistes' knüpft nach dem Zweiten Weltkrieg direkt an Schwitters an, dreht sein Prinzip aber um: Durch das Abziehen der obersten Schichten vielfach überklebter Plakatwände schaffen sie neue Kompositionen. In den 1960er-Jahren erlebt die Papierskulptur eine erste Hochphase, als man dem ehrwürdigen Charakter der Kunst und seiner für die Ewigkeit geschaffenen Bildwerke entkommen möchte. Kunst, so das neue Credo, soll für jeden verständlich und erschwinglich sein, sie soll einen möglichst direkten Kontakt zum alltäglichen Leben haben. In diese Zeit fallen die Arbeiten von Charlotte Posenenske, Erwin Heerich, Franz Erhard Walther und Diter Roth. --

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