Der Rosenkavalier und die Spektakelkultur der Moderne
Der Rosenkavalier und die Spektakelkultur der Moderne
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Für Theodor W. Adorno war Der Rosenkavalier 'das letzte Werk der Gattung [Oper], das es zu breiter Popularität brachte' und dabei 'dem Standard der kompositorischen Mittel seiner Entstehungsjahre genügte'. In seiner Dissertation 'Der Rosenkavalier und die Spektakelkultur der Moderne' untersucht Stefan Kleie die Gründe für diesen Welterfolg. Als Einstieg wählt der Autor eine detaillierte Rekonstruktion der Uraufführung am 26. Januar 1911 in der Dresdner Hofoper. Schnell wird deutlich, wie sich die Erwartungshaltung des Publikums und die sensationsheischende Berichterstattung der Presse - kräftig angeheizt von Richard Strauss und seinem Verleger Fürstner - gegenseitig hochschaukelten. Viele Experten sahen in der Frivolität des Stücks den Grund für einen weiteren Opernskandal nach Salome und Elektra. Doch dieser blieb aus. Stattdessen kam es zu einer Popularität, die bis heute andauert - bedingt besonders durch die 'Werkpolitik' Hofmannsthals. Nicht die 'frivole' Lesart, sondern die 'bildungsbürgerliche Rezeption' war schliesslich verantwortlich für die dauerhafte Verankerung im Repertoire. Charakteristisch hierfür sind eine starke Sentimentalisierung und die nostalgische Verklärung Alt-Österreichs. Mit der Kategorie des Spektakels setzt Kleie nun einen gewichtigen Gegenakzent, der neben der 'Schaulust' auch die erotische Grenzüberschreitung rehabilitiert.
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