Anthropologie der Wende. Kontroversen über die deutsche Vereinigung
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Von den Westdeutschen der Nachkriegsgeneration wurde die DDR als das andere Land begriffen, nicht nur definiert durch eine nicht zu übersehende Grenze, die Mauer, sondern auch durch das Gefühl, dafi ihnen seine Bewohner in ihrem Denken und Handeln fremd waren. Als dann im November 1989 die Mauer fiel, vollzog die ältere Generation im Westen und die junge Generation im Osten die deutsche Einheit im Namen der gemeinsamen Wurzeln aller Deutschen. In unzâhligen Reden wurden die Gemeinsamkeiten zwischen den Deutschen beschworen und vierzig Jahre unterschiedlicher Entwicklung ausgeblendet.
Diese Beschwörung des Gemeinsamen und die gleichzeitige Erfahrung der Fremdheit, des Nichtwissens und Nichtverstehens hat uns als Anthropologen fasziniert und war uns suspekt: Welche gemeinsamen Werte wurden dort beschworen, wo kamen sie her und wer brachte sie ein?
Diese Beschwörung des Gemeinsamen und die gleichzeitige Erfahrung der Fremdheit, des Nichtwissens und Nichtverstehens hat uns als Anthropologen fasziniert und war uns suspekt: Welche gemeinsamen Werte wurden dort beschworen, wo kamen sie her und wer brachte sie ein?
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