Moser, oder, Die Passion des Wochenend-Wohnzimmergottes
Moser, oder, Die Passion des Wochenend-Wohnzimmergottes
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Hans Moser, dieser Wiener Charlie Chaplin, Volksschauspieler schlechthin, brachte wie kein anderer den typischen Österreicher zum Ausdruck. Mit seiner kauzigen Art, seinem watschelnden Gang, seinem G’schau und dem ber©ơhmten Nuscheln verk©œrperte er den hierzulande g©Þngigen Eigensinn, die unbestechliche Souver©Þnit©Þt des kleinen Mannes. F©ơr Franzobel ist Hans Moser, diese große Kunstfigur des Raunzens, aber auch ein Wiener Bruder Gustav Gr©ơndgens‘, ein Mephisto. Die Nazizeit brachte ihn, den Unpolitischen, steil nach oben. Er wurde bestverdienender Schauspieler, musste aber damit fertig werden, dass seine geliebte j©ơdische Frau nach Budapest und seine Tochter nach Buenos Aires fl©ơchten mussten. Er hatte enormen Erfolg, wurde von den Massen geliebt, verk©œrperte das minimal widerst©Þndige Österreich und war doch einsam und ungl©ơcklich. Franzobel sieht in Hans Moser eine große Kulminationsfigur des 20. Jahrhunderts. An ihm lassen sich Hoffnungen und Ängste, Couragiertheit und Durchlavieren zeigen, Macht und Ohnmacht des Einzelnen in den M©ơhlen der Geschichte. So wie er die kleinen Spielr©Þume seiner festgeschriebenen Rollen nutzte, extemporierte, ist er noch immer Sinnbild f©ơr die Freiheit auf ©œsterreichisch.
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