Blinde Flecken
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Die sozialpsychologischen Voraussetzungen für den Massenmord an den Juden sind bis heute Gegenstand politischer Kontroversen. Je weiter die Zeit des Geschehens zurückliegt, desto leichter wird es, diese geschichtliche Epoche abzuspalten, die Taten einzelnen ins monströse überzeichneten Personen und Gruppen anzulasten. Schon die Sprache ist verräterisch: Da marschiert Hitler in der Sowjetunion ein, und die SS mordet in Auschwitz. Dass es ‚so weiter‘ gehe, sei die Katastrophe, schrieb einst Walter Benjamin, die Katastrophe sei nicht das jeweils Bevorstehende, sondern das jeweils Gegebene. Die Bedingungen von Aggressivität und Destruktivität, so schreibt Michael Ewert in seinem Buch ‚Blinde Flecken‘, werden in Deutschland nach wie vor einfach verdrängt. Stattdessen Betroffenheitsrituale, wenn es um die Opfer des Nationalsozialismus geht. Man müsse die blinden Flecken ausfindig machen, die das Ausmaß der Verantwortung Einzelner verdecken.
(Quelle: [Deutschlandfunk](https://www.deutschlandfunk.de/michael-ewert-blinde-flecken-auschwitz-und-die-100.html))
(Quelle: [Deutschlandfunk](https://www.deutschlandfunk.de/michael-ewert-blinde-flecken-auschwitz-und-die-100.html))
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