Die blutige Trauer des Buchhalters Michael Dolfinger

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231 pages 2000

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Hinter dem Lamento des Buchhalters Dolfinger, der den ganzen Tag am Frühstückstisch hockt, "in den kalten öligen Kaffee starrt", am Knäckebrot nagt und sich die Zeitung und seinen verkorksten Alltag anschaut, steckt der Erzähler, ein zorniger junger Mann voll überschäumender Energie. Zweihundert Seiten lang hasten wir mit ihm durch Dolfingers Tunnel, vollgestopft mit Ekel Angst Paranoia Wut Trauer Scham Verachtung Langeweile, und den Phantasien von Gewalt und Flucht und der Sehnsucht nach einem mysteriösen braunhäutigen Weib. So etwas wie Freude kommt nur als Genugtuung nach dem Mord auf, ob er tatsächlich stattgefunden, darf der Leser entscheiden.

Mich erinnert der Text an eigene Gefühle in einer jugendlichen Lebensphase, in der man den trägen und, wie man findet, verlogenen und kaputten Alltag der Älteren und Etablierten verachtet und manchmal vor Lebensüberdruss platzen könnte.

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